Im täglichen Umgang nutzen Schüler Smartphones, I-phones… für die Kommunikation untereinander. Jeder dritte Deutsche besitzt heute bereits ein Smartphone. Spätestens in zwei Jahren dürften Handys ohne Bildschirmsteuerung weitgehend vom Markt verschwunden sein, wie Marktstudien aufzeigen. Smartphones und Tablets bieten sich als Kommunikations-, Spiel- oder Lesegeräte und nicht zuletzt als Musikinstrumente an. Dabei bleibt bei der Zielgruppe die kreative Nutzung zum Erwerb von Medienkompetenz in der Regel ungenutzt.

Das Projekt richtet sich vorrangig an Schüler/Schülerinnen im Alter von 12 – 18 Jahre.
Eventuelle Problemlagen oder Spezifikationen der TeilnehmerInnen werden erfasst und im Projekt umgesetzt. Hier bei haben die Verfasser insbesondere Menschen mit sozialer Benachteiligung oder Behinderung im Auge. Durch die Niederschwelligkeit des Projekteinstiegs, ist es auch für integrative Zielgruppen, mit geringer physischer Behinderung geeignet.
Das Projekt eignet sich sowohl für Mädchen, als auch für Jungs. In der Vorbereitungsphase werden die besonderen Interessenlagen ermittelt. Die Erfahrung aus bereits durchgeführten Workshop hat ergeben, dass es geschlechtsspezifische Unterschiede in der tangierende Bedürfnisstruktur geben kann.

Im Workshop erfahren die Teilnehmer die erweiterten Einsatzmöglichkeiten ihrer Geräte für das gemeinsame Musizieren. Wir richten dabei den Fokus nicht auf die Geräte an sich und deren Funktionalität, sondern möchten durch gemeinsames musizieren die Flexibilität dieser Geräte erlebbar machen.
Wir schaffen musikalische Ausdrucksmöglichkeiten, die sich über die Kreativität des Schülers und nicht durch die Bedienung eines Gerätes auszeichnet. Es handelt sich hierbei um einen künstlerischen Schaffungsprozess, der alle Strukturphasen der Schaffung eines Kunstproduktes einschließt und an dessen Ende ein individuelles oder kollektives Abbild gesellschaftlicher Realität künstlerischen Ausdruck erhält.
Wir möchten herkömmliche Instrumente nicht ersetzen, vielmehr erkennt der Schüler den musikalischen Nutzen der neuartigen medialen und technischen Entwicklungen und stellt musikbezogene und gestalterische Fragen in den Fokus des gemeinsamen Musizierens.

Nach der Einführung in die Geräte und Software-Module sollen kleine Improvisationen das Verständnis und die Gruppendynamik stärken. Die Arbeit erfolgt in kleinen Gruppen von 2-4 Teilnehmern. Folgende Fragen werden exemplarisch im Fokus des Workshops stehen:

  • Welche neuartigen Spielweisen gibt es bei den App-Instrumenten?
  • Wie gestaltet sich das gemeinsame musikalische Spiel mit Smartphones und Tablet-PCs?
  • Was macht das Musizieren mit mobilen Endgeräten interessant für die SchülerInnen mit geringer musikalischer Erfahrung?
  • Wie wirkt sich das Musizieren in der Zeit des Workshops auf das individuelle- und auf das Gruppen Verhalten?

Der Start in das Projekt steht unter dem Motto „Malen nach Zahlen“. Mit Hilfe von rein intuitiv gestalteten Musik-Applikationen (Bauklötzchen-Prinzip) sollen die Jugendlichen spielerisch begreifen, dass man durchaus auch Musik machen kann, ohne über eine musikalische Grundausbildung zu verfügen. Struktur und Aufbau von moderner elektronischer Musik werden hierbei unterschwellig vermittelt.
Später kann dann auf semi-professionelle Apps gewechselt werden, welche den gängigsten Programmen in richtigen Musikstudios stark ähneln. Mit diesen könnten dann in der Weiterführung des Workshops, komplett eigene Komposition erstellt und, durch den zusätzlichen Einsatz von unterstützender Home-Recording Technik, zu einem „release-tauglichen“ Musikstück arrangiert und abgemischt werden.
Anschließend wird dann gemeinsam mit den Jugendlichen erörtert, inwiefern ihr Musikstück in einem Live-Auftritt umgesetzt werden könnte bei dem nur Tablet-PCs & Smartphones zum Einsatz kommen und eventuell vor Publikum präsentiert.