Liebe Mitglieder, liebe Gäste.

Es ist erstaunlich wie schnell ein Jahr so vorüberzieht. In meinem Fall mag es vielleicht auch schon am Alter liegen. Auf alle Fälle freue ich mich, dass ihr den Weg hierher gefunden habt und teilhaben werdet an der strategischen Ausrichtung der Verbandsarbeit, zur Förderung der Popularmusik im Land Brandenburg.

Wie Ihr wisst, hat sich das Volk eine neue Landesregierung gegeben und diese hat erst einmal beschlossen keinen Haushalt zu haben. Sprich die finanziellen Mittel, wenn sie dann kommen, fließen erst ab März. Da der Brandenburgische Rockmusikerverband e.V. die nach wie vor ca. 5000 jungen Musiker nicht aus seinen eigenen Mitteln und alleine fördern kann, sind wir darauf angewiesen die geplante Projekte bis zur Freigabe der Mittel zu verschieben.

Als Musiker, Künstler sind wir es gewohnt zu improvisieren. Bestimmte notwendige Projekte können wir auch aus dem Vereinsvermögen vorstrecken, falls das nötig ist. Im Anschluss werden wir die Haushaltsplanung für 2010 besprechen und dazu die notwendigen Festlegungen treffen.

Kommen wir nun erst einmal zum Jahresrückblick oder zur Auswertung, heute auch gern, Evaluierung der Wirkungsweise der Verbandsarbeit im Berichtzeitraum, genannt.

Die Projektarbeit

Im Berichtszeitraum hat der Verband wie nie zuvor Projekte gefördert, entwickelt oder mitgestaltet.
Insgesamt handelte es sich um mehr als 20 Projekte mit verschiedenem Aufwand und Wirkungsgrad. Dabei handelte es sich um Projekte, wie das OUT OF ORDER Festival, der Rock am Kuhstall, die Realisierung des Proberaumes in Wriezen oder die Benefizveranstaltung für das Projekt VIVA HUMANIDAD und vieles andere mehr.

Im Weiteren werde ich auf eine Auswahl der mir wichtig erscheinenden Projekte eingehen.

Die Rockverbandbühne
Der Brandenburgische Rockmusikerverband hat sich im Berichtszeitraum eine halbe Bühne angeschafft, die durch unseren Bühnenmeister Christoph Michel ergänzt wurde. Die angeschafften Bühnenteile erlauben es uns, den Bereich der Dienstleistungen für unsere Mitglieder zu erweitern.


Dabei sind folgende Bühnenelemente angeschafft worden:
24 Bütec Bühnenpodest outdoor mit Füße
37 Global Truss F34 gebraucht
4 Cornerblock Ecke 8wege
6 x 1m Global Truss F34

Die Bühne (6x8m) steht für Mitglieder zur Zeit für 250,00 €, zzgl. der Fahrtkosten zur Verfügung. Die logistische Leistung wird in diesem Bereich auch durch Christoph Michel übernommen, gleiches gilt auch für Wartung und Pflege. Seit der Anschaffung in diesem Jahr wurde sie 5 mal durch den Rockverband, seinen Mitgliedern oder durch Fremdvermietung genutzt.
Für Hinweise zu stärkeren Nutzung in der anschließenden Diskussion wäre ich Euch sehr dankbar.

VIVA Humanidad
Viva Humanidad ist ein Projekt, dass durch Axel (Makana) Steinhagen (Sänger von Mutabor) ins Leben gerufen wurde. In seiner Kurzfassung besteht die Zielstellung des Projektes darin, Partnerschaften zwischen Schulen und Projekten in Deutschland und Äthiopien aufzubauen. Axel hatte mich angesprochen, ob ich ihn nicht in dieser Sache unterstützen könnte. Aber was kann ein Einzelner bewirken? Die logische Konsequenz für mich bestand darin, weitere Partner zu finden, die diesen Gedanken mittragen würden. Ich habe gedacht, der Rockverband wäre eine solche Plattform. Zum einen ist er als anerkannter Träger der freien Jugendhilfe, neben der Förderung von Popularmusik in Sachen Erziehung und Entwicklung von Persönlichkeiten unterwegs -hierzu gehört für mich, als eine der wichtigsten Aufgaben, die Vermittlung humanistischer Werte- zum anderen bietet der Bereich der Popularmusik eine Reihe von Möglichkeiten, die solche Projekte zum Erfolg führen können. Auch hier würde ich in der anschließenden Diskussion gern noch einmal zurück kommen.

Bunter Hering
Der Bunte Hering ist ein Projekt, welches sich als eine Synthese aus Wettbewerb und kooperativer Zusammenarbeit darstellt. Es ist ein wegweisendes Projekt, wenn es sich auch etwas superlativ anhört. Dieses Projekt bietet dem Verband, eingebunden in eine „Festivalstruktur“, die Möglichkeit der Umsetzung des Wettbewerbgedankens und gleichzeitig seinen Mitgliedern die Möglichkeit sich künstlerisch zu profilieren. Mit Frankfurt Oder verbindet uns seit vielen Jahren eine gute Partnerschaft. Neben dem Hering war es jahrelang die Jugendmesse „Young Life“ oder die durch unser Mitglied Ronny Budach organisierten Veranstaltungen. Wir hoffen auch für das kommende Jahr, unseren Mitgliedern die Möglichkeit der Teilnahme am Hering geben zu können. Hierzu stehen wir mit der Stadtverwaltung Frankfurt Oder im Kontakt.

Proberaum Wriezen
Der Proberaum in Wriezen wurde im letzten Jahr auf der Mitgliederversammlung beschlossen und mittlerweile durch unser Mitglied Steven Kopp realisiert. In diesem Projekt widerspiegelt sich natürlicherweise unsere vorrangige Aufgabe, den jungen Musikern die Grundlagen zum musizieren zu ermöglichen, wider. Mit Wriezen betreibt der Verband nun mittlerweile 2 Proberäume im Land Brandenburg und ich hoffe, das Weitere folgen werden. Der Proberaum in Belzig wurde im Schnitt von 5 Bands oder Musikinitiativen genutzt. Auf Grund eines Trägerwechsels der Jugendfreizeiteinrichtung „POGO“ hoffen wir, dass die bestehenden Angebote auch in Zukunft in dieser Qualität weitergeführt werden können. Das gilt auch für das Tonstudio im POGO.
Der Proberaum in Wriezen wurde mit 3192,65 €, vom Rockverband eingerichtet, wovon 1000,00 als Spende mit einflossen und beinhaltet ein vollständiges Bandequipment, wie Schlagzeug, Gesangsanlage usw.


Der Wettbewerb

Im vergangenem Jahr hat die Band „Bubble Session“ den Titel „Local Hereos Brandenburg 2009“ errungen. Vielen wird noch der Protest einiger Anwesenden im Gedächtnis sein. Heute wissen wir; Bubble Session hat beim Bundesfinale den 2. Platz in der Jury und den 1. Platz in der Publikumswertung erreicht. Damit dürfte in besonderer Weise die Richtigkeit der Entscheidung, der Jury zum Finale des Landesrockwettbewerbes, bestätigt sein.
Wichtig erscheint mir, dass die Band die sich für den Bundescontest qualifiziert hat, auch weiter von uns betreut wird. Hierzu gehört die Vermittlung oder die Einbindung der Band in Veranstaltungen, die im Rahmen des Rockverbandes stattfinden. Hierzu gehört weiterhin die Möglichkeit des Coaching's der Band, für die Finalteilnahme und die Betreuung entsprechend unserer Möglichkeiten in Fragen der Öffentlichkeitsarbeit.

In diesem Jahr hat die Band „Fear and Loathing“ das Finale für sich entschieden. Die Bewertung und die weiteren Plätze sind auf unserer Homepage einzusehen.

Bewährt hat sich die Einbindung des Vorjahressiegers in das Finale des Wettbewerbes. Zum einem haben die Wertungsbands etwas Zeit sich zu aklimatisieren, zum anderen ist für den Zeitraum der Jurybewertung, für die Unterhaltung des Publikums gesorgt.

Beim diesjährigen Wettbewerb lies die Anzahl der Bewerbungen leicht nach. Ursachen hierfür sehe ich nach wie vor in der mangelnden Bewerbung des Contest. Dazu haben wir erste Schritte unternommen, die das Format des Wettbewerbes, an die anderer Contest's anlegen. Bei unserem Wettbewerb besteht der unsagbare Vorteil, nicht kommerziell orientiert zu sein. Sprich die Bands haben etwas vom Wettbewerb. Nicht nur die Preisgelder, sondern auch, und das erscheint mir besonders wichtig zu sein, die Struktur bis zum Bundesfinale dabei sein zu können. In diesem Jahr waren die Vorausscheide sehr niveauvoll und professionell vorbereitet. Sie fanden in Frankfurt/O., in Cottbus, in Bad Freienwalde und Potsdam statt. In Neurppin fiel der Vorausscheid aus. Grund hierfür war die mangelnde Bewerbung der Bands aus der Region. Für das kommende Jahr würde ich gern unser Vorstandsmitglied Andy Kamp-Quednau dafür verantwortlich machen. Über die Fragen der Entwicklung des Wettbewerbes, sollten wir in der kommenden Diskussion zurückkommen.
Ein wichtiger Schritt war der audiovisuelle Mitschnitt der Veranstaltung im Fernsehformat. Das gibt uns ein Produkt in die Hand, dass wir den privaten und öffentlichen Fernsehsendern anbieten können. Gleichzeitig ist es ein Medium, dass der Rockverband und die Bands für ihre weitere Öffentlichkeitsarbeit nutzen können.

Kooperationen oder Neudeutsch - Netzwerkarbeit

Im Berichtszeitraum wurden die alten Netzwerke gepflegt und ausgebaut und neue sind hinzu gekommen. Zu den alten zählen die Veranstaltungshäuser, wie das Offi in Bad Freienwalde, das POGO im „möchte-gern“ Bad Belzig, das Gladhouse in Cottbus und viele andere im Land Brandenburg. Der wichtigste Kooperationspartner, die Landesregierung, hat unseren Antrag auf Inflationsausgleich abgeschmettert. Für das kommende Jahr ist, wie oben erwähnt, erst ca. im März mit einem Haushalt zu rechnen, deshalb haben wir uns entschlossen einen vorzeitigen Maßnahmebeginn zu beantragen. Eine Antwort lag zum Redaktionsschluss noch nicht vor.

Gut entwickelt hat sich der größte Teil der partnerschaftlichen Beziehungen im Bereich der Kulturwirtschaft. Neben Bandcoaching, Workshops, Musikunterricht, Zertifaktskurse... gibt es gute Beziehungen zu MMC, zu Stageconcept, zu Show Service Brandenburg und weiteren. Neu


hinzugekommen ist im vergangenem Jahr die Zusammenarbeit mit der Stadt Frankfurt/O., bezogen auf das Heringsfest, die sich qualitativ gut gestaltet hat. Natürlich werden wir auch in diesem Jahr versuchen hier eine Entwicklung -im philosophischem Sinne- zu vollziehen.

Ich denke wir können mit Recht sagen, dass sich unser Verband gut entwickelt hat. Das gilt auch aus „betriebswirtschaftlicher“ Sicht.

Ich möchte anregen, dass wir uns in der anschließenden Diskussion über die weitere Entwicklung des Verbandes reden, unter Berücksichtigung der allgemeinen gesellschaftlichen Veränderungen und hierzu Festlegungen treffen. Als Themen sollten zusätzlich zu dem bereits Erwähnten, auch die Bereich Werbung/Marketing gehören.

Ich danke Euch für Eure Aufmerksamkeit und wünsche Euch ein besinnliches Weihnachtsfest und ein erfolgreiches und gesundes Neues Jahr.

Peter Lehmann
Belzig, den 19.12.2010